Zum dritten Mal stand das MoFaSiHü Treffen in der Domäne Stiege an. Die Wettervorhersagen sprachen von 40-80% Regen, nur wetter.in meinte es sei nur “bedeckt”. Also entschied ich mich kurzfristig mit Transporter und Hänger anzureisen und holte den Hänger noch Donnerstag morgen ab. Am Abend ging es dann gemütlich zwischen den Lastern in den Harz. Meine Campingausrüstung war bereits per Packet angekommen, hätte ich mir an sich sparen können. Aber so konnte ich noch die Werkzeugkiste, den großen Schwenkgrill usw. mitnehmen. Kurz vor der Abfahrt erreichten uns noch diverse Absagen, des Wetters wegen.

Kaputte Lampe + Wurstglas + Gaffer
Im Harz angekommen war es verdächtig dunkel und still. Im letzten Jahr war Parallel das z1000 Jahrestreffen, diesmal war die Jugendfeuerwehr da. Vor dem Schlafzimmer der Landlordin begannen wir Nachts mit dem Abladen, was eine blöde Idee im Nachhinein. Wenn man nichts sieht, sollte man auch nicht an 250kg Motorräder rumfummeln, es endete darin, dass meine Ninja mit einem Riesengetöse vom Anhänger fiel und ich mir die rechte Verkleidung komplett massakriert habe. Passt ja, die Linke Seite war letztes Jahr im Harz dran, allerdings schon auf der Hinfahrt. Immerhin stand das Zelt schon und ich konnte in aller Ruhe einräumen. Immerhin waren schon vier Leute da.
Am nächsten Morgen besorgten wir in Hasselfelde Frühstück und alles was wir für den Tag an Essen brauchten. Über den Tag kamen die anderen Leute nach und nach an. Viel mehr, als zunächst befürchtet. Von fünfzehn angemeldeten waren immerhin vierzehn da (wenn auch einige darunter waren, die nicht angemeldet waren). Den Tag über konnten wir schon bei bestem Sonnenschein durch den Harz fahren. Meine vergangenen Trainings und die neuen Reifen haben sich gelohnt. Fuhr ich letztes Mal am Ende auf BT014 so war ich dieses mal auf PiPo 2CT ganz vorne dabei und hatte nichtmal das Gefühl am Limit zu fahren.
Samstag unser haupt tour Tag war super. Abgesehen von einer Bahnschranke die sich hinterhältig näherte gab es am Vormittag nichts zu beklagen. Den Kyffhäuser hoch fahren macht richtig Laune, auch wenn ich die erste Kurve nicht richtig anfuhr, den Anschluss verlor und bis zum Gipfel auch nicht mehr bekam. Nach ausgiebigem Essen auf dem Gipfel ging es auf der anderen Seite wieder runter. Durch ein Wohnmobil, welches schwer zu überholen war, wurde unsere Gruppe getrennt. An sich ging die Abfahrt gut, jedoch gab es eine Kurve die sich fies zu zog, bei der ich dann Heilfroh war mit guten Reserven zu fahren. Das Motorrad hinter mir hatte ähnlich Probleme und tauchte kurz im Gegenverkehr neben mir auf, um dann wieder einzuscheren. Wir warteten unten, aber niemand kam, also gucke ich mir die Geopfad Tafel für den Harz an. Dann klingelte mein Handy, immer ein schlechtes Omen. Telefonieren kann nur, wer steht. Da ich den Helm auf hatte bekam ich nur die Hälfte mit, die ich über die Freisprechfunktion hörte. Jemand war in einer Kurve gestürzt. Ich konnte mir irgendwie denken, welche Kurve das war und fuhr zurück. Aber es war alles Glimpflich ausgegangen. Ein paar Kratzer und ein geprellter Knöchel waren das Resultat. Schlimmer vermutlich die Psychischen Folgen. Nach so einem Sturz, gerade wenn es der erste ist, fährt es sich immer etwas schwer. Aber an Fahren war mit dem Hinkebein nicht zu denken, also wurde das Motorrad geparkt und ab Abend wieder abgeholt. Die Gruppe Teilte sich dann in die, die zurück Fuhren und jene, die noch eine schnellere Runde drehten. Da ich mich bereit erklärt hatte als Letzter zu fahren fuhr ich in der langsamen Gruppe mit.
Zurück in der Domäne wurden wir ermahnt keine Feuerbälle zu produzieren. Ab dann wurde der Spiritus vor mir versteckt, dabei hatte ich 1L pro Abend eingeplant. Ich fand zwar Petroleum, aber auch dieses wurde mir entzogen. Uns erreichten per Twitter die ersten Nachrichten vom Loveparade Unglück. Ich wusste nur von Randolf, dass er da war, las bei ihm aber schon, dass er noch lebte.
Wir machten und dran den Knöchel zu kühlen und versuchten Salbe zu besorgen. Aber die nächste geöffnete Apotheke war 53.4km weiter. Doch die Domäne versorgte uns mit Kühlakkus.
Nach einiger Zeit kam die schnellere Gruppe zurück. Allen voran die Varadero 1000, welche die GSX-R überholt hatte. Somit geht die Krone für dieses Jahr nach Paderborn. Respekt!
Wie immer ging die Zeit viel zu schnell um und Sonntags brachen wir schon wieder auf. Nächstes mal müssen wir eine Woche bleiben.